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"Lehrender Christus" kommt später

Nachricht 24. Februar 2022
Foto: Güstrow, Gertrudenkapelle (Barlach-Sammlung)

Kunstgottesdienst mit Dialogpredigt zu Barlach-Skulptur

Die ursprünglich für Sonntag, 27. Februar, vorgesehene Aufstellung der Skulptur „Lehrender Christus“ von Ernst Barlach in der Marktkirche Hannover wird sich verzögern. „Wir bedauern, dass die Skulptur nicht wie vorgesehen, an diesem Sonntag im Gottesdienst der Gemeinde übergeben werden kann“, sagt Marc Blessing, Pastor an der Marktkirche. „Es sind noch rechtliche Fragen offen, die geklärt werden müssen.“ Die Gemeinde habe weiterhin den Wunsch, die Bronzeskulptur in der Kirche aufzustellen, betont Blessing. Der für Sonntag, 27. Februar, um 10 Uhr geplante Kunstgottesdienst mit anschließendem Kirchencafe finde aber unabhängig davon statt. 

Die Skulptur „Lehrender Christus“, die der Künstler im Jahr 1931 geschaffen hatte, war bisher schon zweimal in der Marktkirche ausgestellt worden. Das erste Mal war sie im Jahr 2000 während der Weltausstellung Expo zu sehen gewesen, dann wurde sie bei einer Barlach-Ausstellung im Jahr 2013 gezeigt. Die Gemeinde plante schon damals den Erwerb der Figur, konnte ihn jedoch nicht realisieren. Eine private Spende eröffnete der Gemeinde jetzt die Möglichkeit, die Skulptur in der Gebetsecke im Nordschiff der Kirche aufstellen zu können. Ursprünglich war für die Übergabe der Figur Sonntag, der 27. Februar, vorgesehen gewesen. „Wir hoffen, dass letzte rechtliche Probleme noch geklärt werden können und die Figur dann ihren Platz in der Marktkirche erhält“, sagt Pastor Blessing. 

Ernst Barlach schuf die 87 Zentimeter große, rund 50 Kilo schwere Bronzefigur 1931 in einem expressionistischen Stil. Als Besonderheit gilt, dass Christus als Lehrender in einer sitzenden, zuhörenden Position mit geöffneten, den Betrachtenden zugewandten Händen dargestellt wird. Schätzungen zufolge gibt es weltweit etwa 15 Exemplare dieser Skulptur, in Deutschland sind einige beispielsweise in Kirchen in Hamburg-Othmarschen, Ratzeburg oder Köln zu sehen. Der Künstler Ernst Barlach (1870 – 1938) war von den Nationalsozialisten angefeindet worden, Hunderte seiner Werke wurden als „entartete Kunst“ verfemt, ab 1937 erhielt er ein Ausstellungsverbot. 

Information: Bei dem Kunstgottesdienst am Sonntag, 27. Februar, um 10 Uhr werden Pastor Marc Blessing und Pastorin Anke Merscher-Schüler eine Dialogpredigt halten. Anschließend wird zum Kirchenkaffee eingeladen. Besucherinnen und Besucher werden gebeten, sich anzumelden unter www.marktkirchehannover.gottesdienst-besuchen.de.

Sabine Dörfel