Er entwickelt sein Repertoire und seine Konzertprogramme „im Dialog mit der Orgel“. Jedes Instrument und jeder Kirchraum hat besondere Charakteristiken – und er als Organist möchte sich darauf einstellen. Es ist, als würde jedes Orgelwerk „neu nachkomponiert“ und in den jeweiligen Kontext eingefügt.
Fasziniert hört man Matthias Flierl über seine künstlerische Arbeit sprechen und spürt umfassendes Fachwissen, hohe Sensibilität und beeindruckende Demut. „Am schönsten ist es, wenn in einem Konzert nicht ich, sondern die Orgel spielt und ich am Spieltisch sitzen darf“. Damit dies gelingt, hat er sich eingehend mit zahlreichen Epochen der Musikgeschichte beschäftigt und stellt in seinen Interpretationen stilistische Besonderheiten jeder Epoche in den Mittelpunkt.
Der aus dem fränkischen Bechhofen im Landkreis Ansbach stammende Kirchenmusiker lernte früh, Klavier und Orgel zu spielen. Bereits im Alter von dreizehn Jahren spielte er seinen ersten Gottesdienst und sammelte in seiner Jugendzeit in zahlreichen fränkischen Landgemeinden umfangreiche Erfahrungen. Als Studienfach wählte er bewusst „Kirchenmusik“ und betont den ersten Teil des Wortes: Es ging und geht ihm darum, die Kirche in Gottesdiensten und Konzerten mit Musik zu erfüllen. Er studierte in Lübeck, Berlin und Weimar und verbrachte ein Semester in Toulouse. Dort lernte er nicht nur die großartigen Orgeln der Stadt kennen, sondern auch seine Frau Diana, die aus Kolumbien stammt und ebenfalls in Toulouse Musik studierte.
Nach seiner ersten Station in Waldshut als Bezirkskantor im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet wechselte Flierl zum 1. März an unsere Marktkirche. Die Familie fühlt sich mittlerweile in der neuen Wohnung am Kreuzkirchhof sehr wohl. Tochter Josefine (9) spricht Spanisch und Deutsch, geht in die dritte Klasse und singt bereits im Kinderchor der Marktkirche. Von Sohn Carlo (1) erzählt Flierl, dass er bei Ausfahrten mit großen Augen das neue Wohngebiet in Augenschein nimmt.
Flierl freut sich darauf, im vielfältigen musikalischen Gesamtkonzept mitzuwirken und auch mit den Chören der Marktkirche zusammenzuarbeiten. Er spricht mit leuchtenden Augen über seine Pläne, Gottesdienste musikalisch zu gestalten, Orgelzyklen und Konzertformate zu entwickeln und Solisten und Ensembles auf der Orgel zu begleiten.
In seiner Freizeit geht er gern mit seiner Familie spazieren, betreibt Gymnastik als Ausgleich und schwimmt. Daneben kocht er mit Begeisterung und fügt schmunzelnd hinzu: „Das ist ein Hobby, von dem auch meine Familie etwas hat!“
Schön, dass Du nun Teil unseres Teams geworden bist. Herzlich Willkommen, lieber Matthias!
Die Einführung von Matthias Flierl als Organist der Marktkirche findet im Gottesdienst am 19. April um 10 Uhr statt.
Markus Avenarius