Foto: Jens Schulze

lautLOS1.6. | aus der Reihe absence#5-deconstruction of memory

Tanzperformance und multimediale Installation von IPtanz

"Nicht zu wissen, was vor der eigenen Geburt geschehen ist, heißt, immer ein Kind 
zu bleiben."- Cicero  
 

lautLOS1.6. zwei autobiographisch inspirierte Monologe gegen das Verschwinden von Erinnerung und die Macht des Vergessens. Eine Atmosphäre aus dokumentarischem Material, Erinnerungen, Animationen von Anna Mahendra und einem Bühnenobjekt von miegL. Ein Raum aus Dekonstruktion und Rekonstruktion unterschiedlicher Lebenswege und die Thematisierung des Schweigens.

Choreographie: Ilona Pászthy, Silvia Ehnis
Tanz: Ilona Pászthy, Silvia Ehnis
Bühnenbild: miegL
Videoanimation: Anna Mahendra
Musik: Zsolt Varga 
19.15 Uhr: Physisch-somatische Einführung mit Ilona Pászthy

05.09.%20aegidienkirche iptanz%20(c)%20oliver%20st%c3%b6rmer Bildquelle: Oliver Störmer

Informationen zu den Ausführenden

Silvia Ehnis Perez Duarte (D/Mex)
Aufgewachsen in Mexiko, lebt Silvia Ehnis seit 2012 in Deutschland. Ihre Familie aus dem Stuttgarter Raum wanderte vor dem Ersten Weltkrieg aus, kehrte kurz während der Weimarer Republik zurück und blieb dann endgültig in Mexiko. Welche Spuren bleiben, wenn ein Leben auf einem anderen Kontinent fortgesetzt wird? „Meine Urgroßväter Hans Duhne und Eugen Ehnis wanderten vor hundert Jahren nach Mexiko aus, ließen sich in der deutschen Gemeinde nieder. Das NS-Regime erlebten die Familien nur aus der Ferne, die Verbindung zu Deutschland verblasste.“ Gespräche mit ihrer Familie offenbaren ein komplexes kulturelles Erbe und verbinden sich mit Ilona Pászthys Auseinandersetzung mit „Tätern und Mitläufern“.

Ilona Pászthy (D/HU)
Was sind die nicht sichtbaren Spuren der Vergangenheit in meinem Leben? Wie kann ich die unsichtbar epigenetisch in meiner DNA eingeschriebenen Erinnerungen und deren Bedeutung für meine Identität aufspüren? Gefühle als möglicher Zugang zu der in der Tiefe verborgenen Wahrheit, die verschwunden scheint.
Seit einigen Jahren forsche ich in den ungeklärten Räumen meiner Familiengeschichte. Ich suchte nach einer Verbindung meiner persönlichen Erlebnisse und der Lebensgeschichte meiner Vorfahren während der NS-Zeit. Bilder meiner Kindheit standen Fragmenten von Informationen gegenüber. In dem Solo nähere ich mich metaphorisch den blinden Flecken meiner Erinnerung, ungenauen Aspekten, stelle Fragen nach Identität, Mitläufertum und Täterschaft, Herkunft und epigenetischen Spuren.

Eintrittspreis/Kosten

Eintritt: 18 Euro | erm. 12 Euro