Foto: Dirk Addicks

Ausstellungen

Offene Kirche

Es begann mit den Stühlen. Mitte der 80er Jahre waren alle drei Schiffe noch voll bestuhlt. Und die Kirche war tagsüber geschlossen. Für Gottesdienste, Konzerte und Andachten wurde das Portal – oft nur das seitliche geöffnet. Die Vertreter (ja, es waren damals ausschließlich Männer) der Innenstadtkirchen trafen sich und entwickelten die ersten Ideen zur sogenannten „Citykirchenarbeit“. Eng mit diesem Konzept ist die „offene Kirche“ verknüpft. Seit dem Jahr 2000 gibt es ein Signet, das auch an der Marktkirche zu sehen ist.

Eine verlässlich geöffnete Kirche gewährt den Besucher*innen aus der Stadt, aus der Region und aus aller Welt selbstbestimmte Zeit und Bewegungsfreiheit im Kirchenraum. Mal erklingt die Orgel, an einem Ort wird aufgeräumt, gerade übt ein Chor oder Kinder entdecken die Kirche, mal ist es ganz still und Menschen sitzen im Gebetsrund im linken Kirchenschiff. Alle Gottesdienste und Andachten sind öffentlich. Mancher wird überrascht sein von dem, was er und sie erlebt.

Kunst und Kirche sind seit frühester Zeit eng verbunden. Moderne Kunst und Kirche begegnen einander in kritischer Distanz und emotionaler Nähe.

Kunst und Religion

Kunst trotz(t) Ausgrenzung | Foto: Dirk Addicks

Und die Ausstellungen? Die Verbindung zwischen Religion und Kunst ist uralt. Zunächst war die Kunst vor allem religiös, beschäftigte sich mit dem Endlichen und der Hoffnung auf das Ewige, mit dem Leid und dem Leben, dem Überleben und der Liebe. Kunstwerke wurden für Heilige Orte geschaffen, sie erzählten oder zitierten biblische Geschichten und Heiligenlegenden.

Kunst und Kirche(nraum)

Foto: Astrid Steinhardt

Seit der Moderne ist die Kunst nicht mehr an die Kirche gebunden. Von da an war und ist ein Dialog möglich. Kunstwerke in Kirchen treten in den Dialog, weil sie den Raum verändern. Und der Kirchenraum schafft einen anderen Rahmen für Kunstwerke als ein Museum mit weißen Wänden. Besucher*innen werden von der Kunst überrascht, wenn sie die Kirche besuchen. Und Künstler*innen werden vom Kirchenraum inspiriert.

Vier Kunstausstellungen werden jährlich gezeigt, begleitet von einem Programm mit Redner*innen, Musiker*innen, Führungen, Diskussionen und Performances sowie Kunstgottesdiensten.

Kunst-Ausstellungen

Kunst trotz(t) Ausgrenzung | Foto: Dirk Addicks

Der Ausstellungsausschuss, den die Marktkirchenpastorin leitet und in dem Künstler*innen, Kunsthistoriker*innen sowie Kirchenvorsteher*innen vertreten sind, wählt die Künstler*innen aus, die sich bewerben oder geht aktiv auf Personen zu. Schwerpunkte sind dabei:

1. Hannoveraner oder Niedersächsische Künstler*innen, z.B. Kurt Sohns, Ernst Thoms, Christiane Möbius, Emil Cimiotti, Siegfried Zimmermann, Helga  Schröder, Hartmut Stielow, Fotos der Tänzerin Ursula Wagner, Josefa Salas Villar, Joanna Schulte oder Künstler*innen, deren Werke in Hannover im öffentlichen Raum oder der Marktkirche stehen: wie Rainer Kriester, Kurt Lehmann und Gerhard Marcks 

2. die Verbindung von sozial-politischen/diakonischen Themen und Kunst mit der Reihe Kunst trotz(t) z.B. Demenz, Handicap, Ausgrenzung und Armut sowie Werke syrischer Künstler, die in Deutschland leben.

3. Ausstellungen mit der kestnergesellschaft seit 2005, ca. alle zwei Jahre zu einem Thema, das gemeinsam gefunden wird sowie mit international bekannten Künstler*innen, z.B. Ernst Barlach und eine Lichtkunstausstellung zum Kirchentag 2005  u.a.

Informationsausstellungen

Krippenausstellung in der Marktkirche, Christus ist das Licht: Holz, Leuchtkörper und Noppenfolie 2020 | Foto: Hanna Kreisel-Liebermann

Hinzu kommen mindestens zwei sog. Informationsausstellungen, z.B. über 50 Jahre Frauenordination, über Luther und die Reformation, zum Thema Frieden, Flucht und Amnesty International. Kriterien für die Realisierung einer Ausstellung sind darüber hinaus: Qualitativ hochwertige Kunstwerke, Dialogbereitschaft der Künstler*innen, Akzeptanz der Bedingungen und die Zustimmung des Ausschusses.

Und dann gibt es die Krippenausstellung, die jedes Jahr in der Adventszeit fröhliche, kritische, ausgefallene und Kompositionen von Schulklassen präsentiert.

Wer und wie?

Verantwortlich für die Ausstellungen und deren Begleitprogramm ist die Marktkirchenpastorin. Sie kuratiert mit den Künstler*innen oder der kestnergesellschaft die Projekte. Ehrenamtliche begleiten die Ausstellungsphase und werden dafür von den Künstler*innen „geschult“. Auf Antrag werden Ausstellungs-Vorhaben gefördert, z.B. von KulturKirche der Landeskirche; Hanns-Lilje-Stiftung, Kulturamt der Landeshauptstadt, Kulturstiftung der Marktkirche, der Kulturstiftung der Marktkirche und dem Stadtkirchenverband (Citykirchenarbeit).

Wenn Sie Interesse an der Mitarbeit haben oder sich um eine Ausstellung bewerben möchten, wenden Sie sich bitte an das Veranstaltungsmanagement.